Was ist im Maulwurfshügel?

Es gibt fast keine Wiese, wo Du sie nicht findest: Maulwurfshügel. Sie sehen aus wie kleine, braune Vulkane. Wenn Du sie anfasst, wirst Du merken, dass sich die Erde ganz weich und locker anfühlt. Aber hast Du schon einmal einen Maulwurf gesehen? Und weißt Du, warum er die komischen Haufen aus Erde auftürmt?

Der Maulwurf lebt natürlich nicht im Maulwurfshügel. Dafür wäre der Erdhaufen viel zu klein. Ein ausgewachsener Maulwurf kann immerhin bis zu 16 Zentimeter lang werden. Das ist fast so lang wie zwei Rollen Klopapier hintereinander.

Schwarzer Pelz für den Tunnelbau

Der Maulwurfskörper ist mit einem dichten, schwarzen Pelz bedeckt. Der hält schön warm und ist auch noch praktisch: Wenn sich der Maulwurf dreckig macht, schüttelt er den Schmutz einfach wieder ab. Maulwurfshaar fühlt sich weich wie Samt an, man kann es in alle Richtungen streicheln. Denn die Maulwurfshaare wachsen senkrecht nach oben. Das ist besonders praktisch beim Tunnelbauen unter der Erde: In den engen Gängen legen sich die Haare einfach in die richtige Richtung und brechen nicht ab.

Labyrinth aus Gängen

Unter der Erde baut sich der Maulwurf ein Labyrinth aus Gängen, mit Kammern und vielen Belüftungsschächten. Einige Tunnel sind Laufgänge, so kommt er schnell von einem Ort zum anderen. In anderen Gängen fängt der Maulwurf seine Nahrung. Er läuft sie dafür immer und immer wieder ab.

Durchtrainierter Bauarbeiter

Auch wenn er mit seinem walzenförmigen Körper plump und unbeweglich aussieht, ist der Maulwurf ein durchtrainierter Bauarbeiter: An seinen Vorderpfoten, die wie Schaufeln aussehen, hat er lange, dicke Krallen. Mit denen kann er die Erde richtig gut abkratzen. Seine Fingernägel muss er sich natürlich nicht schneiden.

Maulwurf „schwimmt“ unter der Erde

Beim Graben schützt der Maulwurf mit der einen Pfote sein Gesicht, mit der anderen buddelt er von vorn nach seitwärts. Das sieht ein bisschen so aus, als würde er schwimmen. Die Erde schiebt er nach hinten. Einen Teil drückt er zur Verstärkung in die Gangwände. Doch was zu viel ist, muss raus! Wenn der Maulwurf genug Erde angehäuft hat, dreht er sich im Gang um und drückt den Aushub mit den Pfoten nach oben. Nach und nach entsteht dann ein kleiner Berg, der immer größer wird – der Maulwurfshügel. Das unterirdische Maulwurfs-Labyrinth kann bis zu 250 Meter lang werden – einen Viertelkilometer. Immer wieder muss es in Schuss gehalten und renoviert werden. Dafür gräbt der Maulwurf aber auch nicht besonders tief: Die meisten Gänge liegen knapp unter der Erdoberfläche. Nur wenn er dort nicht genügend Nahrung findet, buddelt er noch tiefer.

Maulwurf ist nicht blind

Unter der Erde findet sich der Maulwurf mit Tasthaaren zurecht, die am Kopf, dem Schwanz, den Händen und Füßen wachsen. Blind ist er trotzdem nicht. Er kann zumindest Hell und Dunkel unterscheiden. Mit seiner Nase kann er zudem gut riechen und tasten. Sein Gehör ist vor allem für tiefe Töne gut. Der Maulwurf nimmt Erschütterungen und Vibrationen wie zum Beispiel Schritte schnell wahr und kann sich dann rechtzeitig verstecken.

Einzelgänger unter der Erde

Jeder Maulwurf hat sein eigenes Tunnel-System, denn Maulwürfe sind Einzelgänger. Nur die Jungtiere bleiben nach der Geburt noch ein paar Wochen bei der Mutter. Nach dem Sommer bauen sie sich dann ihr eigenes Maulwurfs-Labyrinth. Wenn Du genau hinschaust, wirst Du in dieser Zeit viele neue Maulwurfshügel entdecken.

 

Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de