Wie ist die Sonne entstanden?

Einige Fragen haben es in sich: „Wie ist die Sonne entstanden?“, wollte Sophie (8) aus der Klasse 3a der August-Gaul-Schule in Hanau wissen. Naseweiswas hat im Planetarium Hamburg nachgefragt.

Auch wenn es für Dich vielleicht komisch klingt: Die Sonne ist ein Stern. Und davon gibt es sehr, sehr, sehr viele im Universum. „Sterne entstehen aus riesigen Gaswolken“, erklärt Stephan Fichtner. Er arbeitet als Pressesprecher am Planetarium Hamburg und hat Astronomie studiert. Nach dem Urknall – der Geburt des Universums vor etwa 13,7 Milliarden Jahren – waberten riesige Wolken aus Wasserstoff durch das Weltall. „Aus ihnen entstanden die ersten Sterne und mit ihnen viele neue Elemente wie Silizium oder Eisen“, erzählt Stephan Fichtner.

So wird ein Stern geboren

Bei einer Sternengeburt dreht sich eine Gaswolke immer schneller und wird gleichzeitig dichter und dichter. Irgendwann ist der Gasklumpen ganz heiß, Wasserstoff verschmilzt zu Helium und setzt dabei unglaublich viel Energie frei – ein Stern ist geboren. Das, was von der ursprünglichen Gas- und Staubwolke übrig bleibt, wird zu Planeten im neuen Sonnensystem.

Das Foto zeigt den Orion Nebel und viele junge Sterne. Foto: NASA

Wir bestehen aus Sternenasche

Die ersten großen Sterne haben nicht besonders lange geleuchtet, sondern sind nach und nach jeder in einer „Supernova“, explodiert. Ihre Reste und damit auch schwerere Elemente als Wasserstoff und Helium verteilten sich als Gas- und Staubwolken im Weltall. Und aus diesen sind dann wieder neue Sterne und Planeten entstanden. „Unsere Erde und damit auch wir bestehen aus der Asche anderer Sterne“, sagt Stephan Fichtner. Ist das nicht ein ganz merkwürdiger Gedanke?

Die Sonne und ihre Planeten

Unsere Sonne ist „erst“ 4,5 Milliarden Jahre alt. Um sie herum in unserem – oder besser gesagt: in ihrem – Sonnensystem sind die Planeten entstanden: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auch wenn zum Beispiel Jupiter und Saturn unglaublich groß sind: „Mehr als 99 Prozent der Materie unseres Sonnensystems befinden sich in der Sonne“, sagt Stephan Fichtner. Die Sonne besteht aus Wasserstoff und Helium und ist mehrere Millionen Grad Celsius heiß. Und sie ist unvorstellbar groß: Die Erde würde mehr als 1 Million Mal in sie hineinpassen.

Stürme auf der Sonne

Die Sonne hat einen sehr großen Einfluss auf das Leben auf der Erde. Klar, ohne sie gäbe es kein Leben. Doch sie lässt nicht nur Gras und Bäume wachsen und macht uns Menschen gute Laune. Ein Sonnensturm, die Folge einer Mini-Explosion auf der Sonne, kann das Wetter oder auch die Stromversorgung bei uns beeinflussen. Wegen eines Sonnensturms sind schon Weltraummissionen verschoben worden.

Hier hat die Raumfahrtbehörde der USA, die NASA, eine Sonneneruption fotografiert. Foto: NASA

Mit Lichtgeschwindigkeit zur Erde

„Von der Sonne bis zu uns braucht das Licht 8 Minuten“, erzählt Stephan Fichtner. Aus der Mitte bis zum Rand der Sonne braucht ein Photon – ein Lichtteilchen – jedoch 10.000 Jahre. Selbst wenn die Sonne plötzlich im Kern ausgehen würde, dauert es also mindestens 10.000 Jahre, bis kein Sonnenstrahl mehr auf die Erde fällt.

Das Ende unserer Sonne

So viel steht jetzt schon fest: Unsere Sonne wird nicht ewig leuchten. Irgendwann ist ihr Vorrat an Wasserstoff aufgebraucht. Nach den Berechnungen der Forscher wird das in etwa 5 Milliarden Jahren sein. Als Zahl sieht diese Zeitspanne so aus: 5 000 000 000 Jahre. Dann dehnt sich die Sonne immer weiter aus, bis sie zum „Roten Riesen“ wird. „Rote Riesen“ sind Sterne, die im Innern keinen Brennstoffvorrat mehr haben. Sie glühen dafür außen umso stärker vor sich hin. Nach mehreren Millionen Jahren schrumpft die Sonne zu einem „Weißen Zwerg“. Diese kleine Rest-Sonne schickt dann nur noch ein winziges fahles Licht in den Weltraum.

Fotos aus dem Weltraum

Forscher wissen deshalb so viel über das Leben unserer Sonne, weil sie im Weltraum viele andere Sterne beobachten, denen es genau so ergeht. Mit Weltraumteleskopen oder mit Raumsonden können sie Gaswolken fotografieren, aus denen neue Sterne entstehen, und sogar „Rote Riesen“ ablichten.

So sieht unser Sonnensystem mit den Planeten und ihren Umlaufbahnen aus. Die Erde ist der dritte Planet, gezählt von der Sonne aus. Illustration: NASA

 

Ein Kommentar