Woher wissen wir, wie es im Weltall aussieht? – Teil 2

Raumsonde Jupiter Icy Moon Explorer

Wenn wir mit bloßen Augen in den Abendhimmel schauen, sehen viele Sterne fast gleich aus. Mit einem Fernrohr, einem Teleskop, können wir schon etwas besser sehen und verschiedene Farben oder Gruppen von Sternen erkennen. Aber woher wissen wir, wie es ganz tief im Weltall aussieht? Naseweiswas hat im Planetarium Hamburg nachgefragt. Teil 2 – Raumsonden im Weltraum.

Vor 60 Jahren wurde der Traum vieler Forscher wahr: 1957 startete Sputnik 1, ein kleiner, künstlicher Satellit. Sputnik 1 war die erste von Menschen gebaute Raumsonde überhaupt, die in den Weltraum flog. Sputnik konnte die Temperatur und den Druck im Weltall messen und von dort oben zur Erde funken. Vier Jahre später flog mit Juri Gagarin der erste Mensch ins Weltall. Ohne Sputnik 1 wäre das nicht möglich gewesen.

Sogar der Mars ist zu weit weg

Noch heute fliegen unbemannte Raumsonden an die Orte im Weltraum, die für den Menschen zu gefährlich oder zu weit von der Erde entfernt sind. Weiter als bis zum Mond haben es Astronauten bisher noch nicht geschafft. „Sogar der Mars ist noch zu weit weg. Und das, obwohl der Rote Planet – auf seiner Oberfläche gibt es viel Rost – im Sonnensystem unser äußerer Nachbar ist“, erzählt Stephan Fichtner. Er arbeitet als Pressesprecher im Planetarium Hamburg und hat Astronomie studiert. Für eine Reise zum Mars müssten Astronauten fast ein Jahr lang in ihrem Raumschiff bleiben.

Voyager 1 und Voyager 2

Nach Sputnik 1 sind viele, viele Raumsonden ins All gestartet. Am weitesten gekommen sind Voyager 1 und Voyager 2. Die beiden wurden 1977 in den Weltraum geschossen. Sie fliegen jetzt schon 40 Jahre durch das Weltall! Sie haben unser Sonnensystem schon längst verlassen – und senden immer noch Daten zur Erde. Wenn die NASA – das ist die amerikanische Raumfahrtbehörde – Änderungen an der Software der beiden Raumsonden machen möchte, muss sie manchmal Mitarbeiter anrufen, die heute schon längst in Rente sind.

Das Senden von Daten dauert

Wenn eine Raumsonde ein Foto gemacht hat, dauert es, bis wir es auf der Erde empfangen und anschauen können. Die Entfernung ist einfach so groß. Wenn Voyager 1 sich meldet, müssen die Wissenschaftler fast einen ganzen Tag warten, bis alle Daten zur Erde gefunkt sind.

Raumsonden müssen lange halten

Der Bau einer Raumsonde ist ganz schön schwierig: „Die Forscher müssen Geräte konstruieren, die eine Reise von zehn oder mehr Jahren aushalten“, sagt Stephan Fichtner. Und das unter extremen Bedingungen: Durch den Weltraum sausen zum Beispiel Asteroiden, welche die Raumsonden zerstören können. Es gibt auch Strahlung, die für die Instrumente an Bord gefährlich ist.

Nachtanken geht nicht

Wenn ein Gerät in der Raumsonde kaputt geht, können die Forscher nicht einfach hinterherfahren und es reparieren. Und irgendwann gehen den Instrumenten auch die Batterien oder der Treibstoff aus. Nachtanken ist nicht möglich. Ab 2025, so schätzen die Forscher, werden wir deshalb auch von den beiden Voyager-Raumsonden nichts mehr hören. Schon jetzt wurden viele Messgeräte abgeschaltet, um Strom zu sparen.

Sounds von der Erde für Außerirdische

An der Außenseite der Voyager-Sonden sind vergoldete Schallplatten angebracht, auf denen Bilder, Musik, Geräusche und Stimmen von der Erde gespeichert sind. Vielleicht treffen die Voyager-Sonden irgendwann auf Außerirdische, die sich dann unsere Musik anhören und unsere Bilder anschauen. Was meinst Du?

Übrigens: Das Titelbild ist ein Bild der Raumsonde „Jupiter Icy Moon Explorer“, kurz JUICE, die 2022 in Richtung Jupiter starten soll.  

 

  • So sehen die Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 aus. (Illustration: NASA)
  • Dieses Foto von Saturn hat die Raumsonde Voyager 2 gemacht. (Foto: NASA)
  • Sputnik 1 war die erste Raumsonde im Weltall. (Illustration: NASA)
  • Auf diesen goldenen Platten sind Geräusche und Musik von der Erde gespeichert. Sie fliegen mit den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 durch das Weltall. (Illustration: NASA)
  • Auf den Mars haben es bisher noch keine Menschen geschafft - dieses Foto wurde von der Raumsonde Mars Pathfinder gemacht, die auf dem Planeten gelandet ist. (Foto: NASA)
  • Diese Bild von Jupiter hat die Raumsonde Voyager 2 gemacht. (Foto: NASA)

 

 

 

Titelbild/Illustration: ESA/NASA