Woher wissen wir, wie es im Weltall aussieht?

Blick in den Weltraum: die Galaxie NGC 2500 liegt etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt.

Wenn wir mit bloßen Augen in den Abendhimmel schauen, sehen viele Sterne fast gleich aus. Mit einem Fernrohr, einem Teleskop, können wir schon etwas besser sehen und verschiedene Farben oder Gruppen von Sternen erkennen. Aber woher wissen wir, wie es ganz tief im Weltall aussieht? Naseweiswas hat im Planetarium Hamburg nachgefragt. Am Wochenende wurde der Artikel zum 1.000 Mal gelesen – zur Feier des Tages gibt es ihn heute wieder auf Seite 1.

„Die ersten Teleskope wurden in Europa kurz nach dem Jahr 1600 gebaut“, erzählt Stephan Fichtner. Er arbeitet als Pressesprecher im Planetarium Hamburg und hat Astronomie studiert. Galileo Galilei setzte als einer der ersten Wissenschaftler Fernrohre ein, um den Himmel zu erforschen. Er machte wichtige Entdeckungen: So sah er, dass auch andere Planeten – wie zum Beispiel Jupiter – Monde besitzen. Er beobachtete  Sonnenflecken, kleine dunkle Stellen auf der Sonne, an denen die Sonnenoberfläche kühler ist.

Hubble und andere Teleskope 

Heute gibt es in vielen Ländern riesige Teleskope. Sie stehen oft auf Bergen oder in der Wüste. So können die Forscher ungestört vom Licht und Staub der Städte den Himmel und den Weltraum beobachten. Es gibt auch Fernrohre, die Strahlung aus dem Weltraum messen. Einige Teleskope wie das Hubble-Teleskop sind im Weltraum „positioniert“ und schwirren zum Beispiel um die Erde. Von dort haben sie eine besonders gute Sicht, da keine Wolken, schlechtes Wetter oder unsere Lufthülle ihre Beobachtungen stören.

Blick in die Vergangenheit

Total verrückt: Wenn ein Teleskop von einem Stern ein Bild macht, der 2 Millionen Lichtjahre entfernt ist, dann sehen wir den Stern, wie er vor 2 Millionen Lichtjahren aussah. Denn so lange hat sein Licht bis zu uns gebraucht. Ob es den Stern heute noch gibt, wissen wir dabei nicht.

Spektrograf zerlegt das Licht

Etwas mehr über den Stern erfahren wir mit einer besonderen Erfindung: „Mit einem Spektrografen können die Forscher das Licht eines Sterns wie bei einem Regenbogen aufspalten“, erklärt Stephan Fichtner. Das passiert bei einem Spektrografen viel genauer als beim Regenbogen. Denn jedes Licht ist ein bisschen anders zusammengesetzt. So können die Wissenschaftler erkennen, aus welchem Material ein Stern besteht und ob er auf uns zukommt oder sich von uns wegbewegt.

Hier erfährst Du, wie die Wissenschaftler mit Raumsonden den Weltraum beobachten!

 

  • Dieses Teleskop steht auf dem Gipfel des Mount Lemmon in Arizona, USA. Es gehört zum "Catalina Sky Survey": Mit ihm wird vor allem nach Asteroiden und Kometen gesucht. (Foto: NASA)
  • Dieses Weltraumteleskop steht auf der Insel La Palma. Es gehört zum "Roque-de-los-Muchachos-Observatorium". (Foto: Paulwip/pixelio.de)
  • Dieses Bild hat die Europäische Weltraumorganisation ESA vom Hubble Teleskop im Weltraum gemacht. (Foto: ESA)
  • Das Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaii besteht aus mehreren großen Teleskopen. (Foto: doctor-a/pixelio.com)
  • Das Hubble Teleskop ist im Weltraum "positioniert". (Illustration: andrew-art/pixabay.com)
  • Eines der Teleskope am Teide-Observatorium auf der Insel Teneriffa. (Foto: ESA)


 

Titelbild: ESA